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B01 - THEMEN - Kann der CoP-Ansatz in KMU verwendet werden?

Marco Bettoni - Aug 19, 2002 7:28 am Edit DiscussionDelete DiscussionReplyMove
Edited Aug 20, 2002 4:09 am

Herr Spornberger behauptet, er würde mit dem CoP-Ansatz etwas lernen, was er in einem KMU nicht verwenden kann(B01 - 1.). Wie sehen Sie das? Könnte das was Sie im Kurs lernen in einer KMU für WM-Projekte genutzt werden? Wenn nein, warum? Wenn ja, wie?


 * SPO - Aug 19, 2002 4:58 am (1.) Edit MessageDelete MessageReplyMove

Wissensmanagement Ja / Nein?

Kann sein, dass ich jetzt ein bisschen quer schiesse, aber ich habe meine liebe Mühe mit dem Thema Wissensmanagement. Diese CoP ist nur eine Anwendung, gewisses Wissen zu transferieren. So wie ich es bisher kennengelernt habe, ist es in meinen Augen nur sinnvoll in einem Betrieb mit unüberschaubarer Grösse, wo auch die Distanzen zu gross sind. Auch mit fremden Stellen weltweit zu kommunizieren ist gut. Gibt es aber schon genügend. In unserem Betrieb mit 85 Leuten wäre so etwas nie denkbar, da die Face to Face Kommunikation zu wichtig ist. Haben sie auch schon mal daran gedacht, dass in gewissen Firmen nicht jeder ein Internetanschluss besitzt, geschweige einen PC. Bei uns gibt es nur sehr wenige Anschlüsse und dann auch nur für die, die es wirklich brauchen müssen. Wissen beziehen muss man aber von vielen, z.B auch von der Produktion. Wir sind deshalb kein veraltetes KMU. Also lerne ich hier ein System kennen, dass ich nicht verwenden kann. Es muss doch auch anderes Wissensmangement geben. Ich finde es gut eine kurzen Einblick in ein System zu bekommen, aber das ist mir zu wenig...

Ich möchte dieses Thema gerne in die Unterrichtsstunden einbringen, vielleicht als Abschlussgespäch.


n Marco Bettoni - Aug 19, 2002 6:15 am (1.1) Edit MessageDelete MessageReplyMove

Wie den CoP-Ansatz in KMU verwenden

Dieses Thema ist sehr wichtig. Auch Herr Kohler hatte es schon am Anfang des 2. Tages eingebracht. Den Vorschlag, das Thema in den Unterricht zu behandeln finde ich gut.

Wir könnten am letzten Tag (also am Mittwoch) auch vor dem Abschlussgespräch darüber diskutieren, z.B. unmittelbar nachdem alle Gruppen ihre Projekte vorgestellt haben.


nn Daniel Inglin - Aug 21, 2002 4:54 am (1.1.1) Edit MessageDelete MessageReplyMove

Verwendung von CoP für KMU

Eine mögliche Anwendung sehe ich in einem KMU, das über mehrere Standorte resp. Aussenstellen verfügt. Wir bei SF-Chem haben zurzeit 2 Minifilialen, eine in USA und die andere in UK, besetzt mit je einem Salesman. Diese beiden Kollegen haben hie und da Fragen, die nicht gerade superdringend und auch nicht gezielt personenspezifisch sind. Solche Angelegenheiten könnte man via CoP thematisieren.

KMU's können sich ja meist keine Videokonferenz-Ausrüstung leisten und alles per Telefon zu kommunizieren ist einerseits ebenfalls schwierig und wieder personenspezifisch.


nnn Marco Bettoni - Aug 22, 2002 3:46 am (1.1.1.1) Edit MessageDelete MessageReplyMove

Minifilialen verbinden

Auch Ihre Anwendung finde ich sehr interessant, Herr Inglin.

Kommunizieren muss man eine Idee oder eine Frage im Moment in der sie entsteht, sonst geht sie verloren (später ist die Idee selbst oder der Kontext nicht mehr so klar rekonstruierbar).

Wen soll man aber ansprechen? Eine bestimmte Person? Vielleicht ist sie nicht die richtige oder ist nicht gut erreichbar oder die Idee/Frage ist nicht "personenspezifisch", wie Sie sagen (interessente Feststellung). Alle Kollegen benachrichtigen? Wahrscheinlich fühlen sich die meisten gestört, da sowieso zuviele Nachrichten zirkulieren. Eine Notiz auf dem eigenen PC machen und später ausgewählte Personen kontaktieren? Nach wenigen Tagen ist die Notiz vergessen. Vielleicht war sie unwichtig aber vielleicht auch nicht, denn wichtig/unwichtig hängt davon ab WIE man etwas betrachtet, und jede/r Kollegin/Kollege hat ein anderes WIE (aufgrund ihrer/seiner Erfahrungen, Interessen, Bedürfnissen, usw.).

Da könnte eine CoP-Platform nützlich sein. Das ist aber nur der Teil "Technik". Orientierung (Ziele, Kriterien), Methodik (Elemente und Lebensphasen) und Struktur (verschiedene Rollen, wie Motivator, usw.) müssten auch noch in die Gestaltung berücksichtigt werden. Auch in einer MiniCoP für Minifilialen.

Sehen Sie konkrete Möglichkeiten eines Pilot-Versuchs?


nnnn Daniel Inglin - Aug 22, 2002 5:15 am (1.1.1.1.1) Edit MessageDelete MessageReplyMove

Pilotversuch für SF-Chem Aussenstellen

Wenn ich mir die Situation genauer ansehe: Diese beiden "Verkäufer" vor Ort sind wahrscheinlich oft unterwegs bei den Kunden. Genau das ist ja gerade wieder ein Vorteil einer solchen CoP. Wenn ein PC mit Internet-Link vorhanden, kann ortsunabhängig kommuniziert werden in einem Forum !

Bei uns hier in Pratteln müsste den Mitarbeitern dies bewusst gemacht werden, welche Möglichkeiten mit CoP's entstehen, am besten in Form einer Schulung.

Ich habe vor, nach der Diplomarbeit innerhalb SF-Chem ein interner Kurs anzubieten, wo's um Kreativitätstechniken geht. Als ich gestern Ihr Pocketpower-Büchlein "Wissensmanagement" (nochmals Dankeschön!) kurz durchblätterte, merkte ich plötzlich, dass diese beiden Themen einen relevanten Bezug haben und dies in meine Schulung eingebaut werden könnte.

Daher werde ich dies miteinbeziehen und dann die Administration eines Forums übernehmen. Ich werde Sie dann informieren und Sie ev. um Rat fragen bei Problemen. Wär das was ?


nnnnn Marco Bettoni - Aug 22, 2002 6:24 am (1.1.1.1.1.1) Edit MessageDelete MessageReplyMove

Unterstützung Pilotversuch

Wunderbar! Es freut mich, dass das kleine Büchlein (das kleinste unter den 237 Büchern über WM, gem. Amazon.de) Ihnen schon etwas genutzt hat. Ihre Idee eines Pilotversuchs finde ich sehr interessant und bin deshalb dankbar, wenn Sie mich informieren werden. Selbstverständlich bin ich auch gerne bereit Sie in der für Sie passenden Form vor, während und nach dem Pilotversuch zu unterstützen.


n Marco Bettoni - Aug 19, 2002 7:23 am (1.2) Edit MessageDelete MessageReplyMove

Wissensmanagement ohne CoP

Die grosse Mehrheit der WM-Projekte in den letzten 12 Jahren wurde nicht nach den CoP-Ansatz gemacht, sondern nach vielen verschiedenen IT-Ansätzen.
=> Welche Ansätze? Siehe dazu im Skript Seite E10-7
http://www.fhbb.ch/weknow/wmp/BEM2001/E10-07.doc



Wissensmanagement kann man also auch ohne den CoP-Ansatz machen: die Frage ist nur, wie erfolgreich ist man dann?
Die Erfahrung hat gezeigt, dass die WM-Ansätze auf technologischer Basis zu mangelhaften Wissensmanagement-Lösungen führen.

Welche Mängel? Siehe dazu im Skript Seite Seite A30-1


 * Daniel Inglin - Aug 19, 2002 7:58 am (2.) Edit MessageDelete MessageReplyMove

Einsatz im KMU

Wenn ein solches Tool zum Einsatz käme innerhalb eines KMU, dann sicher nur, wenn die richtige Vollversion angeschafft würde. Dazu müsste die Datensicherheit gewährleistet werden, bevor viel Energie, Ideen, Knowhow etc. in einer solchen "Datenbank" reingebuttert wird.

Ich denke, die Investition in diese Software wird in der Praxis erst getätigt, nachdem 100% abgesichert ist, dass die Daten erhalten bleiben, der Firma kein Schaden entsteht durch die Nutzung. Dazu müsste organisatorisch ein Rahmen geschaffen werden, wie dir Zuständigkeiten verteilt sind für die Wartung/Unterhalt, die Nutzung der Ideen (Wissenstransferin die Firma). Das würde sicher auch in Richtlinien dokumentiert etc. ... in der Praxis wird dies eine eher komplexe Angelegenheit.


 * Werner Furrer - Aug 20, 2002 3:09 am (3.) Edit MessageDelete MessageReplyMove

MEINE MEINUNG

Es wäre eine Chance für ein mittleres Unternehmen im Dienstleistungs- bereich, oder zumindest im Bereich indem mit PC und Netzwerk gearbeitet wird. Es werden ständig zuviel Sitzungen mit zuwenig Zeit- und Traktandenstruktur abgehalten, weshalb schon aus dieser Optik das TOOL und der CoP-Ansatz zu befürworten sind. Nach einer Einführung in Wissens-, Informationsmanagement und einrichten dieses Toolings ist nach kurzem Gebrauch schon viel Qutput möglich. Nicht wie beim verschieben von Wissen und Information per e-mail, ist bei dieser Art die INFO und das WISSEN (Erfahrung) für ALLE zugänglich. Die Sache gilt es sicherlich zu prüfen für versch. Unternehmen, auch KMU.


n Marco Bettoni - Aug 20, 2002 3:41 am (3.1) Edit MessageDelete MessageReplyMove

KMU-Kategorien

Vielen Dank für diese Perspektive, Herr Furrer. Ihre Fokussierung auf Dienstleistungs-Unternehmen bzw. auf solche die mit PC und Netzwerk arbeiten finde ich sehr interessant. Es kommt mir jetzt eine WM-Studie in den Sinn, in der die KMU in verschiedene Kategorien unterteilt wurden, jede mit spezifische WM-Bedürfnissen wo also auch unterschiedliche Lösungs-Ansätze gebraucht werden. Ich werde gleich nachschauen.


nn Marco Bettoni - Aug 20, 2002 4:06 am (3.1.1) Edit MessageDelete MessageReplyMove

Literaturhinweis

Laura Lamieri, Klaus North "Wissensmanagement in Klein- und Mittelbetrieben", erschienen im November 2001 in "Wissensmanagement - Das Magazin für Führungskräfte", Seiten 18-22.

On-line Version erschienen im Januar/Februar 2002: http://www.wissensmanagement.net/online/archiv/2002/01_0201/wissensmanagement-kmu.shtml


 * Kummli André - Aug 21, 2002 3:22 am (4.) Edit MessageDelete MessageReplyMove

KMU Einsatz, Meine Zweifel

Haben alle Mitarbeiter zugriff auf ein PC? Der MA in der Produktion (im Überkleid) schreibt der gerne? Wird allen die Zeit dafür zugestanden? ....


n Marco Bettoni - Aug 22, 2002 4:01 am (4.1) Edit MessageDelete MessageReplyMove

Zweifeln oder Randbedingungen?

Sie bezeichnen Ihre Ideen als "Zweifeln", Herr Kummli. Ich kann sie aber auch als "Randbedingungen" ansehen (eine Frage des Standpunktes, würde Herr Burger anmerken ...):

1. Mitarbeiter & Zugriff auf PC: wer müsste Zugriff haben? wer möchte Zugriff haben? wer könnte Zugriff haben? wie könnte jeder Zugriff haben? wann? wo? wofür?

2. Gerne schreiben: wer schreibt gerne und kann es? wer möchte gerne schreiben, kann es aber noch nicht? wer schreibt nicht gerne, würde aber gerne schreiben, wenn er es könnte?

3. Zeit-Ressourcen: Zeit-Aufwand=> Wie viel Zeit wird den Mitarbeiter zugestanden? Nutzen: was schaut dabei raus? wie wollen wir das messen, bewerten?


 * S153 - Aug 21, 2002 3:52 am (5.) Edit MessageDelete MessageReplyMove

Cop in KMU's: Ja und Nein (Eine Frage des Standpunktes)

CoP in KMU's funktioniert nicht! ... wenn man das Tool in einer 5-Personen Firma integrieren will und diese 5 Personen sich täglich treffen. Da ist man mit Face-to-face viel effektiver und man kann auch die Werkstattleute einbeziehen! Aber diese Version wäre ja auch mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

CoP in KMU's funktioniert! ... wenn die Leute (auch in einer 5-Personen Firma) viel unterwegs sind oder wenn sich eine KMU mit anderen KMU's zu virtuellen Unternehmen zusammenschliesst. Dann ist die Standortfrage (auch nur über 200 m!) bereits evident und ein CoP kann gut funktionieren.

Es ist meiner Meinung nach also eine Frage der Anforderungen. Auf viele moderne Bedürfnisse ist CoP eine mögliche Antwort, auch wenn wir die Potenziale dieses Tool's heute nur erahnen können.

Nach Jules Verne wären wir ja auch nur im Märchen auf dem Mond! Es ist eine Frage der Anforderungen (wie schon gesagt) aber auch eine Frage des Pionierwillens und des Versuchens...

Ich find CoP durchaus ein Instrument für die KMU's und ich könnte mir sogar eine Unternehmensberatung auf dieser Basis vorstellen (weil sich KMU's ja teure Beratungsstunden gar nicht leisten können!)


n Marco Bettoni - Aug 21, 2002 4:05 am (5.1) Edit MessageDelete MessageReplyMove

Unternehmensberatung

Ihren Beitrag finde ich sehr interessant, Herr Burger. Insbesondere finde ich Ihre letzte Bemerkung für mich persönlich spannend: könnten Sie mehr über Ihre Vorstellung der erwähnten Unternehmensberatung über CoP für KMU sagen?


nn S153 - Aug 21, 2002 4:52 am (5.1.1) Edit MessageDelete MessageReplyMove

CoP in der Unternehmensberatung

Ich könnte mir folgendes vorstellen:

- Die Unternehmer werden immer jünger und sind den Umgang mit Internet, E-Mail etc. gewohnt.

- Sie (die Unternehmer) haben aber oft zu wenig Zeit und Geld, um Ihre Ideen durch externe Berater verifizieren oder konkretisieren zu lassen.

- Sie vertrauen den "normalen" Wegen Internet und E-Mail zu wenig, um ihre z.T. sensitiven Daten auf diesem Weg zu kommunizieren.

- Sie sind oft unterwegs und ihre Projekte ziehen sich dadurch immer mehr in die Länge.

--> Es braucht ein Gefäss, welches a) nicht zu teuer ist, b) entkoppeltes Arbeiten ermöglicht und c) diskret genug ist. Und nicht zuletzt kann CoP auch als Unterstützung im Sinne von Sparring-Partner's für die Unternehmer sein: Er kann seine Idee formulieren und dem Berater übermitteln, ohne auf spezielle Formen achten zu müssen. Die Antwort erfolgt ebenso und auf diese Art können sich Ideen entwickeln, ohne teuere sitzungen abzuhalten. Diese sind dann nur noch für die Beschlussfassung erforderlich.

Dies so meine Ansatzpunkte...


nnn Marco Bettoni - Aug 22, 2002 3:15 am (5.1.1.1) Edit MessageDelete MessageReplyMove

CoP für KMU - Randbedingungen und Anforderungen

Lieber Herr Burger, Ihre Ansatzpunkte finde ich sehr interessant.

Im ersten Teil sehe ich was Sie schreiben als Randbedingungen für Bedürfnisse. Da sie durch den aktuellen Trend immer mehr erfüllt werden, sollte der Markt an potentiellen Interessenten kein Problem sein.

Im zweiten Teil sehe ich 2 Bedürfnisse (Gefäss und Sparring-Partner) sowie entsprechende Anforderungen (Kosten, Funktionalität, Sicherheit, erleichterte Kommunikation für Problemlösung).

So wie ich Ihre Ideen verstehe, habe ich den Eindruck, dass dies schon eine gute Basis sein könnte um mit einer passenden KMU ein innovatives Pilot-Projekt zu starten. Wie sehen Sie das? Braucht es noch viel mehr? Was?

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